HOSI Salzburg

Empörung über Bundesrat Efgani Dönmez

(16. Januar 2013)

Pressemeldung der HOSI Salzburg vom 15. Jänner 2013. Empörung über Grünen-Bundesrat Efgani Dönmez. HOSI fordert politische Konsequenz. O-Ton der Bundespolitik dazu…

Facebook-Posting verharmlost sexuelle Gewalt

Dönmez Posting: „Strasser lernt nach der Urteilsverkündung das System von innen kennen… Ernst, im ernst, bücke dich nie um ein Stück Seife…“
„Die Aussagen von Efgani Dönmez mögen vielen Menschen, auf den ersten Blick, harmlos erscheinen. Herr Dönmez verharmlost aber sexuelle Gewalt und rechtfertigt es noch als ‚Spaß‘. Politiker haben eine Vorbildwirkung und sollten mehr Feingefühl zeigen.“ so Gernot Marx von der HOSI Salzburg in einer ersten Reaktion.

Ignoranz als Antwort ist inakzeptabel

Dönmez auf Kommentare der Netz-Gemeinde: „Geschmacks-und Sprachpolizei wieder unterwegs, was manche da alles reininterpretieren…“ und „Nicht nur Homosexuelle verkehren Anal. Diesen Monopolanspruch lasse ich nicht gelten. Was andere interpretieren ist mir herzlich egal!“
Interpretationsspielraum gibt es für Marx keinen: „Wenn es einem Bundesrat egal ist, wie seine Aussagen von der Bevölkerung verstanden werden, frage ich mich schon, ob er noch als Volksvertreter bezeichnen werden kann und sein Mandat nicht besser zurücklegen sollte. Vor allem weil Herr Dönmez bis jetzt keinerlei Erklärung oder Entschuldigung von sich hören lies.“ Ernsthafte Homophobie ortet man hinter den Aussagen des Bundesrates in der HOSI Salzburg jedoch nicht. Dönmez Aussagen könnten aber sehr wohl auch missverstanden werden. „Homo- und bisexuelle Menschen werden durch solche Argumentationen stereotypisiert, denn man bringt sexuelle Gewalt unweigerlich mit Homo- und Bisexualität in Verbindung. Gerade junge Menschen glauben dann, solche Aussagen wären in Ordnung.“ so Marx.

Aktueller HOSI-Schwerpunkt “Eine Sprache, die verbindet – gewaltfreie Kommunikation“

Die HOSI Salzburg hat ein besonderes Interesse an einer neuen Form der Kommunikation. Gerade am Tag des Bekanntwerdens der unsäglichen Aussagen veranstaltet das Beratungsteam der HOSI Salzburg die Infonight „Eine Sprache, die verbindet“. Aus diesem Anlass berichten Experten über gewaltfreie Kommunikation und diskutieren mit den Gästen über passende Beispiele. „Neben dem Inhalt seiner Aussagen sollte Herr Dönmez auch die Art und Weise seiner Kommunikation kritisch hinterfragen und mit Fehlern ehrlich umgehen oder zumindest versuchen sie zu verstehen.“ mahnt HOSI-Sprecher, Gernot Marx.

O-Töne aus Bundes- und Nationalrat

Wenig begeistert zeigen sich auch die beiden Salzburgerinnen, Vizepräsidentin des Bundesrates Susanne Kurz (SPÖ) sowie die Nationalratsabgeordnete Birgit Schatz (Grüne), welche wir im O-Ton zitieren dürfen.
Kurz: „das ist mehr als geschmacklos und als Politiker sollte er wissen, was er sagt – auch enttäuschend, dass er in die Verteidigungshaltung geht, statt sich zu entschuldigen. Gerade er sollte mehr Sensibilität an den Tag legen und keine primitive „Ha,Ha, geschieht dir eh recht…..Polemik. Außerdem müsste er wissen, dass es immer darauf ankommt, wie eine Botschaft aufgenommen wird, nicht wie sie gemeint war. Das sage ich ihm auch gerne selber so…“
Schatz: „was soll ich sagen? Es ist leider nicht die erste geschmacklose Aussage des Herrn Dönmez.“

Infolink zum Facebookposting

Rückfragen an
Gernot Marx, Mobil 0664 / 91 77 804, E-Mail gernot.marx@hosi.or.at

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