HOSI Salzburg

David Berger in Salzburg

(14. August 2011)

Am 21. August 2011 bringt die HOSI Salzburg den Theologen und Bestseller-Autor David Berger nach Salzburg. Sein Buch Der heilige Schein sorgt für Aufsehen und euphorisches Medienecho.

Zur Erinnerung: David Berger, Hoffnungsträger reaktionärer Kreise,  outet sich 2010 in der Frankfurter Rundschau mit dem Artikel: Ich darf nicht länger schweigen. Er verliert seine Professur und Position als Herausgeber der Schrift Theologisches. In dem rückhaltlos ehrlichen Buch Der Heilige Schein analysiert er die Faszination, die eine konservativ ausgerichtete katholische Kirche auf schwule Männer ausübt: Eine scheinbar intakte Männerwelt mit festen Regeln, Aufstiegschancen, Karriere, Eitelkeit, Verdrängung, Opportunismus.

Er legt Querverbindung zwischen Hochfinanz, ultra-rechten Kreisen, Aristokratie, Engelwerk oder Opus Dei offen. Das Buch und Auftritte im TV führen zu einem Erdrutsch in seiner Kirche. Die Versuche päpstlicher Kreise, seine Stimme mit üblichen Erpressungen und Drohungen zu ersticken, entpuppen sich als Bumerang. Einen Mann wie David Berger, der in Fitness-Studios, Bibliotheken, Redaktionen und Universitäten zu Hause ist, wird auch der Entzug der Lehrerlaubnis nicht zum Schweigen bringen.

Im Gegenteil. Der Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis (=Missio Canonica) durch einen linientreuen Handlanger eines sich unfehlbar fühlenden, heiligen Vaters führt zu landesweiten Protesten. Eltern, Schüler, Kirchenkritiker bilden Solidaritäts-Gemeinschaften auf Internetforen wie Facebook. Der Protestmarsch in Köln wird zu einem Supergau für den Kardinal. Was hat das mit Österreich zu tun?

Dazu eine 2. Erinnerung: In Österreich bringen aufgezwungene Bischöfe (Groer, Krenn, Küng, Eder, Laun) die katholische Kirche an den Rand des Abgrunds. Zu dieser Liga gehört auch Kardinal Meisner, der von Ost-Berlin in das weltoffene, urbane und liberale Köln übersiedelt. Welche Lehren zieht die Amtskirche aus diesen Schlappen?  Die (gescheiterte!) Ernennung Gerhard Maria Wagners und die (geglückte) Berufung von Weihbischof Rainer Maria Woelki zum neuen Erzbischof von Berlin: Good News für Köln, eine Katastrophe für Berlin!

David Bergers sticht mit seinem Buch in ein Ratten-Nest. Seine Botschaft ist klar. Schweigender Gehorsam und ein (un)heiliger Schein mögen zwar heute noch opportun(istisch) sein, persönliche, kirchliche oder gesellschaftliche Probleme sind so nicht zu lösen! Auch die katholische Kirche muss Homosexualität in der Kirche als Kernfrage in der gegenwärtigen Krise neu zu überdenken, wenn sie nicht jegliche Glaubwürdigkeit in der westlichen Welt verlieren möchte.

Peter Jobst

Sonntag, 21. August 2011:
17.30 Uhr Empfang
18:00 Uhr Buchgespräch und Diskussion mit Theologen +  Vatikanexperten David Berger
HOSI Salzburg
, Gabelsbergerstraße 26
5020 Salzburg
Tel: 0662 – 43 59 27
Fax: 0662 – 43 59 27 DW 2
office@hosi.or.at
Eintritt FREI!

Um Anmeldung auf Facebook und/oder unter office@hosi.or.at wird gebeten!

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