HOSI Salzburg

Kein Platz für Homophobie an Schulen!

(13. Juli 2018)

Presseaussendung, 13.07.2018. Laut Recherchen der Salzburger Nachrichten verbreitet der erzkonservative Verein TeenSTAR homophobe Ansichten an Schulen. SPÖ stellt parlamentarische Anfrage an Bildungsminister Faßmann.

Beim kirchennahen sexualpädagogischen Verein Teenstar gelte Homosexualität als Verwirrung und die sexuelle Orientierung sei heilbar.

„Diese Botschaften sind nicht nur falsch sowie schädlich für das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, sondern stehen auch ganz klar im Widerspruch zum Grundsatzerlass Sexualpädagogik, der die rechtliche Grundlage für Sexualerziehung an Schulen darstellt“, erklärt der Geschäftsführer der HOSI Salzburg Paul Haller.

Die HOSI Salzburg begrüßt eine parlamentarische Anfrage der SPÖ und fordert Konsequenzen seitens öffentlicher Stellen.

Aufdeckung in Salzburger Nachrichten

„Wer klärt unsere Jugend auf?“ titelten die Salzburger Nachrichten am 30.06.2018 und berichteten über den erzkonservativen kirchennahen Verein TeenSTAR. „TeenSTAR lege den Jugendlichen nahe, Sexualität erst in der Ehe zu leben“, so die Schilderungen einer Sexualpädagogin und TeenSTAR-Insiderin im SN-Artikel. „Masturbation werde als Fehlschritt auf dem Weg zu einer hingebenden, empfangenden Sexualität gesehen. Homosexualität gelte als Identitätsproblem und ‚Verwirrung‘. Schwule unternehmen den vergeblichen Versuch, einen Mangel zu kompensieren. Die sexuelle Orientierung sei durch eine Kombination aus Therapie, Selbsthilfegruppen und Seelsorge veränderbar.“

Im Gegensatz dazu fordert der Grundsatzerlass Sexualpädagogik eine Orientierung am Prinzip der Gleichstellung der Geschlechter sowie der Vielfalt an Lebensformen.

„Die Frage, wer eigentlich unsere Jugend aufklärt, ist durchaus berechtigt!“ so Kathleen Schröder, Projektleitung der Bildungsinitiativen der HOSI Salzburg. „Organisationen, Vereine und NGOs, die auf diesem Gebiet tätig sind, verweisen seit Jahren auf die mangelnde Präsenz von sexueller Bildung in Schulen sowie in der Ausbildung von Lehrkräften. Bemühungen, diesen Zustand zu verändern, werden bislang ignoriert, nicht ernst genommen oder von einer Stelle zur nächsten geschoben. Spätestens jetzt, da religiös-fundamentalistische Organisationen meinen, Jugendlichen ‚kein Sex vor der Ehe‘ und ‚Homosexualität gelte als Verirrung‘ vermitteln zu können, ist in erster Linie ein ganz klares Einschreiten der Verantwortlichen gefordert und in weiterer Folge eine glaubhafte Auseinandersetzung damit, wie sexuelle Bildung zukünftig aussehen soll!“

Parlamentarische Anfrage

„Wir verfolgen die Aktivitäten des Vereins TeenSTAR seit Längerem und sind sehr besorgt über die inhaltliche Ausrichtung der Angebote sowie der Botschaften, die in schulischen Aufklärungsworkshops vermittelt werden“, erklärt HOSI-Salzburg-Obmann Josef Lindner. „Umso mehr unterstützen wir die parlamentarische Anfrage, die auch die Frage der Finanzierung aufwirft. Wir wissen, dass der Verein TeenSTAR über die katholische Kirche finanziert wird, möglicherweise bekommt er aber auch staatliche Förderungen. Das wäre ein Skandal. Der weit größere Skandal ist allerdings, dass dieser Verein noch immer tätig sein darf und Kindern erzählt, dass Homosexualität eine Krankheit und heilbar sei.“

Rückfragehinweis

Paul Haller, HOSI Salzburg, +43 699 10 78 57 23, paul.haller@hosi.or.at

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