HOSI Salzburg

Hetze im Firmunterricht

(14. Juni 2018)

Presseaussendung, 14.06.2018. Hier unsere heutige Presseaussendung „Hetze gegen Homosexuelle im Firmunterricht: HOSI Salzburg prüft Klage“.

Hetze gegen Homosexuelle im Firmunterricht: HOSI Salzburg prüft Klage

HOSI Salzburg ist schockiert über die Aufdeckung von kirchlicher Hetze gegen Homosexuelle. In der Pfarre Bad Gastein wird Homosexualität als Sünde neben Mord verunglimpft.

„In einem Firmunterricht im Jahr 2018 Homosexualität als eine der ‚Sünden, die zum Himmel schreien‘, zu bezeichnen, ist grob fahrlässig und führt zu massivem Leiden für homo- und bisexuelle Jugendliche. Jungen Menschen zu suggerieren, Homosexualität sei gleichzusetzen mit Mord, ist schlicht inakzeptabel“, zeigt sich HOSI-Salzburg-Obfrau Gabriele Rothuber schockiert über die Aufdeckungen aus dem Firmunterricht der Pfarre Bad Gastein. „Nach wie vor sind homosexuelle und bisexuelle Jugendliche weit höheren psychischen Belastungen ausgesetzt, als ihre heterosexuellen Freunde und Freundinnen. Hier wird Hass geschürt, wohlwissend, dass gleichgeschlechtlich empfindende Jugendliche unter den Anwesenden sein können.“

„Wir kämpfen seit Jahren für gegenseitigen Respekt und Akzeptanz. Wir kämpfen für Sichtbarkeit und gleiche Rechte für alle. Wir gehen mit dem Projekt Schule der Vielfalt direkt ins Klassenzimmer, um persönliche Begegnungen mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Personen zu ermöglichen und um Vorurteile abzubauen. Am Vormittag erhalten die Kinder einen Workshop zu Respekt, Vielfalt und gegenseitigem Verständnis. Am Nachmittag wird im Firmunterricht in der Pfarre Gastein Hass gepredigt – wenn ich daran denke, wird mir schlecht“, so Josef Lindner, Obmann der HOSI Salzburg.

“Wie gut, dass Eltern und der Bürgermeister hier reagiert haben. Wie unglaublich, dass jedoch von Seiten der Kirche wieder einmal nur Schweigen oder Bagatellisierung den Weg für derart homophobe Aktionen weiterhin ebnen. Während sich innerhalb der Kirche einzelne Personen für einen Weg des Respekts und des Miteinander einsetzen, schweigt Kardinal Schönborn zu derart menschenverachtenden Aussagen“, so Rothuber.

„Wir sind gerade dabei rechtliche Schritte zu prüfen und gehen davon aus, eine Klage wegen Verhetzung einzubringen. Denn Kinder und Jugendliche müssen von derart negativen und schädigenden Botschaften geschützt werden. Die katholische Kirche darf sich hier nicht im rechtsfreien Raum bewegen“, so Lindner abschließend.

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