HOSI Salzburg

Treibjagd: Laun schlägt wieder zu

(6. Mai 2014)

Weihbischof Andreas Laun schadet mit seinen Aussagen erneut lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen in seiner aktuellen Kolumne auf der erzkonservativen Website kath.net.

Laun konstatiert Kindern mit homosexuellen Eltern, einem erhöhten Missbrauchsrisiko ausgesetzt zu sein. Die HOSI Salzburg und weitere NGOs wehren sich dagegen vehement und verurteilen die Aussagen des Salzburger Weihbischofs scharf.

„Die Aussagen von Weihbischof Laun sind gefährlich und können zu psychischen wie auch physischen Schäden bei LGBTI-Personen führen. Wir wissen wovon wir sprechen, denn wir arbeiten seit mehr als 30 Jahren mit Betroffenen und Expert*innen zusammen“ erklärt Gernot Marx, Sprecher der HOSI Salzburg. „Wissenschaftlich sind seine Aussagen nicht haltbar. Für mich bewegt sich das auch nicht mehr auf der Ebene einer Geisteshaltung, es wirkt eher wie der krankhafte Versuch, homophobes Gedankengut in der Gesellschaft zu legitimieren“ so Marx weiter.

Erzbischof Lackner zum Handeln aufgefordert

„Wir schätzen die Zusammenarbeit mit vielen Einrichtungen der katholischen Kirche und Erzdiözese Salzburg sehr. Erzbischof Lackner ist nun aber gefordert massive Gegenschritte einzuleiten und umgehend für eine Klarstellung zu sorgen. Der Schaden ist zwar kaum wieder gut zu machen, wenn hier aber nicht eindeutige, klare Konsequenzen gezogen werden, behalten wir uns weitere Schritte vor“ stellt Marx fest.

Politik: Konsequenzen in Strafrecht und Förderwesen

„Wir wissen, dass sich sehr viele Politiker*innen von diesem Gedankengut abgrenzen. Was jedoch fehlt, sind die strafrechtlichen Grundlagen, die Menschen wie Laun einen Riegel vorschiebt“ so Marx in Richtung Bundesregierung. Zudem muss sich das Förderwesen auf kommunaler, Länder-, Bundes- und EU-Ebene endlich mit Anti-Diskriminierung auseinandersetzen: „Das Salzburger Gleichbehandlungsgesetz schließt Diskriminierungen eindeutig aus. Die Politik muss sich aber fragen, welche Konsequenzen ein solches Verhalten nach sich zieht. Wir fordern daher ganz klar Sanktionen im Förderwesen bei solchen massiven Verstößen gegen die Menschenrechte“ so Marx.

Heilung von Homosexualität

Erst vor zwei Jahren musste ein Salzburger Arzt das Angebot zur ‚Heilung gleichgeschlechtlicher Anziehung‘ über mehrere Interventionen der HOSI Salzburg hinweg von seiner Website entfernen. Der Mediziner bot unter anderem auch ‚Christliches Counseling‘ an und wird einem Hardliner-Kreis der katholischen Kirche zugerechnet.
Marx abschließend: „Was im Internet ist, ist für ewig. In zahlreichen Foren entdecken wir immer wieder Angebote, in denen kirchennahe Personen und Organisationen die ständige Pathologisierung von Homosexualität vorantreiben und menschenverachtende Propaganda betreiben“.

Rückfragehinweis

Gernot Marx, Sprecher HOSI Salzburg
Mobil 0664 / 91 77 804, E-Mail gernot.marx@hosi.or.at

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