HOSI Salzburg

Homophobie in Papstrede

(13. Januar 2012)

Nach der Neujahrsrede von Papst Benedikt melden sich nun auch Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger sowie der Theologe und ehemalige Vatikanvertraute David Berger,auf Anfrage der HOSI, mit Unverständnis zu Wort. Erstaunt ist die HOSI Salzburg vor allem über die politische Zurückhaltung nach dem, für den Vatikan üblichen, zurückhaltenden Angriff auf die Politik von Ländern wie Österreich.

Ablinger „sehr irritierend“
„In seiner Neujahrsansprache an den diplomatischen Corps im Vatikan spricht der Papst von einer Gefährdung  der ‚Würde des Menschen und der Zukunft der Menschheit selbst‘ und meint damit ganz offensichtlich die gesetzliche Möglichkeit der Verheiratung/Verpartnerung homosexueller Paare. Dass der Papst homosexuellen Menschen wiederholt ihr Glück verweigert und sie indirekt in Zusammenhang mit einer Bedrohung setzt, finde ich sehr irritierend.“ so die Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger.

Berger: Homosexualität Schlüsselthema dieses Pontifikates
„Die Ablehnung von Homosexualität wird zu einem zunehmenden Schlüsselthema dieses Pontifikates.“ erzählt der Theologe und Autor, David Berger, in seinem Gastkommentar gegenüber der HOSI Salzburg. „Die indirekte Ansprache von Homosexualität wird – diplomatisch schlau – zumeist dann gewählt, wenn man seine philosophisch-theologisch völlig ahnungslosen Zuhörer zum Applaus für seine homophobe Grundeinstellung vor aller Welt bewegen will, wie es bei der Neujahrsredes des Papstes der Fall war.“ so Berger weiter.

Beifall von Diplomaten – Politik muss Stellung beziehen
Für Gernot Marx, Obmann Stellvertreter der HOSI Salzburg, ist die offen homophobe Haltung des Heiligen Stuhls nicht länger tragbar: „Der Papst greift Länder wie Österreich, wegen Ihrer offenen Haltung homosexuellen Lebensweisen gegenüber, an und erntet auch noch Beifall von Ihren Diplomaten. Sonja Ablinger ist derzeit die einzige österreichische Politikerin, welche sich gegen die Aussagen des Pontifex zu Wort meldete.“

Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft
„In Zeiten der wirtschaftlichen Krise begegnet die Politik den Menschenrechten mit zunehmender Gleichgültigkeit. Der päpstliche Nuntius stellte sich bereits klar gegen die Menschenrechtskonvention, als er vor den vereinten Nationen mehr Freiraum für die strafrechtliche Verfolgung von Homosexualität forderte. Wenn die internationale Gemeinschaft zu Marionetten der katholischen Kirche verkommt, müssen die Menschen selbst Handeln. Wir legen ihnen den Kirchenaustritt nahe.“ so Marx abschließend.


Die Papstrede im Wortlaut hier

Rückfragen: Gernot Marx
Mobil 0664 / 91 77 804
E-Mail gernot.marx@hosi.or.at

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