HOSI Salzburg

Kultur – Landestheater Salzburg: THE SCOTT JOPLIN STORY: A Life in Ragtime

(20. November 2007)

Die Nachwelt kennt ihn als Komponisten des Musikstückes The Entertainer, der Titelsong des Films THE STING, der dem unvergleichlichen Männerpaar Robert Redford und Paul Newman eine besondere Leichtigkeit verleiht. Mit dieser Melodie wird der lang vergessene Meister des Ragtime auch von der Musik- und Plattenwelt neu entdeckt. Scott schrieb aber auch klassische Kompositionen, mit denen er verbissen um die Anerkennung im weißen Amerika rang, ein aussichtsloser Kampf, den er zu Lebzeiten auch verlor, wie man heute weiß.

 

In seiner jüngsten Tanztheater-Produktion lässt deshalb Choreograph und Regisseur Peter Breuer seinen Scott Joplin von zwei Tänzern interpretieren. Alexander Pereda verkörpert einen mit knappem Slip bekleideten, muskulösen Mann, der sich mit aller Kraft zwischen hohen Mauern frei zu tanzen versucht. Dieser Tanz auf einem brodelnden Vulkan treibt ihn immer wieder an den Rand des Abgrunds. Der Sänger, Tänzer und Musical-Darsteller Mario Mariano als Buddy SoulMan, Scotts Alter Ego, bringt dessen andere Seite zum Vorschein. Scott trägt mit diesem viele selbst zerstörerische innere und äußere Kämpfe aus. Mariano ist ein gesanglich versierter Interpret der Lieder Joplins, aber auch als Tänzer der ideale Partner für Pereda.

 

Der Komponist Joel Diermaier erzählt das Leben des Ragtime-Erfinders mit Fragmenten aus dessen Oper Treemonisha als aufregendes Musiktheater, das die ganze Vielseitigkeit eines Komponisten zeigt, der seiner Zeit weit voraus ist. Auf der Bühne entsteht das spannende Bild des von Rassismus geprägten weißen Kunstbetriebs im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts. Man schätzt den lebensbejahenden Ragtime ebenso wie die Qualität dunkler Stimmen schwarzer Sänger. In der Gesellschaft aber stoßen die schwarzen Musiker auf Grenzen und Ablehnung. Der Mensch Scott Joplin zerbricht letzten Endes an diesem für ihn unerträglichen Konflikt.

 

Die Rolle des Scott Joplin ist ein Abschiedsgeschenk des Choreographen Peter Breuer an seinen Tänzer Alexander Pereda, dem wir viele außergewöhnliche Abende verdanken. Pereda findet als Scott Joplin noch einmal eine der vielen Rollen seines Lebens. Der kraftvolle, von Athletik und Akrobatik geprägte Tanz und packende Bilder schaffen in dieser umjubelten Produktion auf der Bühne wie im Publikum eine sich von Bild zu Bild steigernde explosive Spannung.

 

(c) Peter Jobst

 

Fotos (c) von Christian Schneider – www.theaterfoto.at

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